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Risk Control durch Stops

Stops sind keine Komfort-Linie, sondern das Werkzeug, das aus einer These eine begrenzte Wette macht. Wer den Stop verschiebt, ändert die Wette.

Kernidee

Stops machen den maximalen Schaden pro Trade explizit, planbar und systemkonform. Sie ergeben sich aus der Marktstruktur (Volatilität, Lärm, Marktpreis) und der Kapitalregel des Systems — nicht aus dem Schmerzlevel des Traders. Über viele Trades hinweg ist die Verteilung der R-Multiples das eigentliche Ergebnis (r_multiple_sqn).

Stop-Typen im Wiki

  • Pre-Entry Stop — Schwager Regeln 13–18: Stop vor dem Einstieg definieren; bei Verletzung sofort und market raus.
  • Volatilitätsbasierter Stop — Kaufman: Noise-Konstanz als Anker; Dev-Stop am gemessenen Lärm orientiert. Clenows 3-ATR-Trailing in derselben Familie.
  • CBL (Count Back Line) — Guppy: Trailing-Stop aus den jüngsten Hochs/Tiefs, volatilitätsbasiert ohne ATR-Berechnung.
  • KAMA-Stop — Kaufman: Adaptive Moving Average als Trailing-Linie (kama_adaptive_moving_average).
  • Trade-Hypothese-Stop — O'Shea-Logik: Stop dort, wo die Trade-These falsifiziert ist, nicht am bequemen Niveau.
  • Heat-Konzept — Seykota/Covel: aggregiertes Portfolio-Risiko über offene Positionen begrenzen, typisch 1–5 % pro Trade.

Operative Regeln

  • Stop vor dem Einstieg fixieren und nicht weiter weg ziehen, sobald der Trade läuft.
  • Positionsgröße aus Stop-Abstand ableiten, nicht umgekehrt — Position folgt Risiko.
  • Stop nicht ohne Re-Setup wieder einsetzen; eine sofort verletzte Stop-Linie ist ein System-Signal, kein Pech.

Verbindung zu anderen Konzepten

  • r_multiple_sqn — Stops fixieren das R, ohne das jede Trade-Statistik instabil wird.
  • mae_mfe_exits — MAE/MFE-Statistik liefert empirische Stop- und Target-Distanzen statt Bauchgefühl.
  • drawdown_management — Stops auf Trade-Ebene, Drawdown-Regeln auf Portfolio- und Monatsebene.
  • turtle_trading_system — 2N-Stop, 1 %-Risiko/Unit als kanonisches Beispiel.