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Concept: MAE/MFE — Statistisch fundierte Exit-Platzierung

Maximum Adverse Excursion (MAE) und Maximum Favorable Excursion (MFE) als statistische Werkzeuge, um Stops und Profit-Targets aus historischen Trade-Daten abzuleiten statt sie willkürlich zu setzen.

Definitionen

MAE (Maximum Adverse Excursion): = Der größte intraday Drawdown während der Laufzeit eines Trades (bevor er geschlossen wird). Misst: Wie weit geht der Trade gegen dich, bevor er endet?

MFE (Maximum Favorable Excursion): = Der größte intraday Gewinn während der Trade-Laufzeit. Misst: Wie weit geht der Trade in deine Richtung, bevor er zurückkommt oder endet?

Das MAE-Diagramm

Clustergraph: X-Achse = MAE (intraday Drawdown), Y-Achse = finaler P&L des Trades.

Finaler P&L
+   | ● ●●●         ← Gewinner mit wenig MAE (ideal)
    |   ●●●●
    | ● ●●● ●●
0   |─────────────────────────────── MAE
    |         ● ●●  ← Verlierer (Loss Diagonal: MAE ≈ finaler Verlust)
-   |             ●●●

"Loss Diagonal": Trades, bei denen MAE = finaler Verlust — diese Trades hatten von Anfang an kaum positive Open Equity. Ein Stop-Loss hätte sie früh rausgeworfen.

Trade C (ideal): Sofort profitabel, kaum MAE — kein Stop nötig, Systemeinstieg war korrekt.

Trade D (Verlierer): MAE = finaler Verlust — hätte bei MAE-Schwelle geschlossen werden sollen.

Trade E (Gewinner trotz MAE): Großes MAE, aber Trade erholt sich — Stop zu eng wäre fatal gewesen.

Stop-Loss-Ableitung

Ziel: Finde einen MAE-Schwellwert X, ab dem die meisten Trades mit MAE > X verlieren (und die meisten mit MAE < X gewinnen).

Visualisierung: In Prozent des Underlying-Kurses (nicht Dollar) — so bleibt der Stop adaptiv zu wechselnden Marktphasen.

Beispiel LUXOR: 0.3% MAE-Stop eliminiert die "Loss Diagonal"-Trades, ohne zu viele Gewinner rauszuschmeißen.

Profit-Target-Ableitung (MFE)

Analog: Verteilung der MFE aller Gewinner-Trades zeigt, wie weit Trades typisch laufen. Profit-Target bei 80. Perzentil der MFE-Verteilung = optimale Gewinnmitnahme.

Grundsatz: Keine universellen Exits

"Es gibt keine universellen optimalen Exits" — Tomasini. Exits müssen zur Entry-Logik passen: - Ruhige, seitwärts laufende Märkte: enger Stop, frühes Target - Hochvolumen-Breakout-Entries: weiter Stop, kein frühes Target (Trade braucht Raum)

Deshalb: MAE/MFE-Analyse immer auf der gleichen Entry-Logik durchführen — keine synthetischen Random-Entries als Basis.

Verbindungen