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Managed Futures Diversifikation (Crisis Alpha)

Systematische Trend-Following-Strategien auf Futures zeigen strukturell niedrige bis negative Korrelation zu Aktien-Märkten — insbesondere in Krisen. Das macht sie zum einzigartigen Portfolio-Baustein: Sie verdienen Geld wenn Equity-Portfolios am härtesten treffen.

Das Prinzip

Managed Futures (CTAs) handeln quer durch alle Asset-Klassen: Aktien-Futures, Zins-Futures, Währungen, Rohstoffe. Der gemeinsame Nenner: sie folgen Trends. In Krisenperioden entstehen starke Trends — Zins-Futures steigen wenn Notenbanken schneiden, Rohstoffe fallen wenn Nachfrage einbricht, Aktien-Futures fallen. Trend Follower profitieren von all diesen Bewegungen, während Buy-and-Hold Aktien-Investoren Verluste erleiden.

Historisches Beispiel (Clenow, Tabelle 1.1): - MSCI World: 8% p.a. Return, 55% MaxDrawdown - Millburn (CTA): 17% p.a. Return, 26% MaxDrawdown - Korrelation der CTAs zu MSCI World: nahe Null oder negativ

Das ist der sogenannte Crisis Alpha: Managed Futures performen positiv in denselben Jahren, in denen Equity-Portfolios stark verlieren — 2008 war das deutlichste Beispiel (viele CTAs +20-30% während S&P -38%).

Mechanismus

Warum sind Managed Futures in Krisen positiv korreliert zu Volatilität aber negativ korreliert zu Equities?

  1. Trend-Natur von Krisen: Marktverwerfungen sind keine zufälligen Einbrüche — sie sind ausgedehnte Trends (Subprime 2007–2009, Covid 2020). Trend Follower shorten fallende Märkte und profitieren.
  2. Breite Diversifikation: Ein CTA mit 100 Märkten hat immer Märkte, die stark trennen — in Krisen sind das typisch Zinsen (down für Renditen, up für Preise), Currencies (Flucht in Safe Havens) und Rohstoffe.
  3. Anti-Crowding: CTAs handeln gegen die dominante Meinung — in Krisen kaufen alle Aktien "auf Dips", CTAs shorten den Trend. Das erhöht die negative Korrelation.

Portfolio-Implikation

Managed Futures als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio erhöht den risikoadjustierten Return, auch wenn der TF-Return allein unter dem Equity-Return liegt — weil es in genau den Jahren verdient, in denen alles andere verliert.

Mathematisch: Portfolio mit 70% Equity + 30% Managed Futures hat höhere Sharpe Ratio als 100% Equity, weil die negative Korrelation die Portfolio-Varianz überproportional reduziert (Dalio's diversifikation_heiliger_gral in der Praxis).

ATR-Positionssizing als Implementierungsgrundlage

Clenow's konkrete Formel für Cross-Asset TF:

Contracts = floor(Equity × Risk Factor / (ATR × Point Value))

Risk Factor = 0.002 (20 Basispunkte Target Daily Impact pro Position).

3-ATR Trailing Stop: Exit wenn Preis sich 3 ATR-Einheiten vom Peak (Long) oder Trough (Short) entfernt. Theoretischer Max-Loss = Risk Factor × 3 = 60 Basispunkte pro Position.

Der Mechanismus: ATR normiert Volatilität über alle Asset-Klassen. Gold, Eurodollar und EuroStoxx bekommen unterschiedliche Kontraktanzahlen — aber denselben theoretischen Tages-Impact.