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Elliott-Alternativzählung

Poser: „Ich habe noch nie eine perfekte Zählung gesehen." Jede valide EW-Zählung braucht eine explizit formulierte, plausible Alternative — Pflichtschutz gegen Confirmation Bias.

Das Prinzip

Die beste Zählung ist nicht die eleganteste, sondern die, die: 1. Alle Grundregeln erfüllt 2. Mehrere Indikatoren bestätigt (Volumen, Fibonacci, Sentiment) 3. Eine explizit formulierte, plausible Alternative hat

Fehlt die Alternative: der Analyst ist nicht in der Lage, seine These zu falsifizieren — das ist Confirmation Bias, keine Analyse.

Warum Alternativen Pflicht sind

Korrekturen können sich in komplexe Doppel- und Dreifach-Strukturen ausdehnen (X-Wellen). Jede noch so elegante Zählung kann kurz nach ihrer Formulierung durch eine solche Ausdehnung invalidiert werden. Ohne Alternative fehlt die Antwort auf die Frage: „Woran erkenne ich, dass meine Zählung falsch ist?"

Poser: Wenn jemand keine Alternative formulieren kann, ist die Primärzählung wahrscheinlich zu spezifisch oder zu komplex.

Typische Alternativ-Szenarien

Primäre Zählung Alternative Entscheidungskriterium
Welle 5 abgeschlossen Welle 5 verlängert Volumen-Divergenz vorhanden?
Korrektur abgeschlossen Korrektur setzt sich fort (X-Welle) Fibonacci-Retracement überschritten?
Impuls aufwärts C-Welle einer größeren Korrektur Nächsthöherer Grade bestätigt?
Triangle-Abschluss Flat/Irregular Zeit-/Preisrelation?

Operationelle Umsetzung

  1. Primärzählung formulieren: beste verfügbare Zählung mit allen 7 Prüfpunkten bestanden
  2. Alternative formulieren: was wäre die nächstwahrscheinliche andere Lesart?
  3. Entscheidungskriterium definieren: welcher Preis/welches Signal würde die Alternative bestätigen und die Primärzählung invalidieren?
  4. Stop-Level ableiten: Invalidierungspunkt der Primärzählung = Stop-Loss-Level

Dieser Prozess zwingt zu präzisen, handelbaren Hypothesen statt vagen Meinungen.