Source: The Complete TurtleTrader (Covel, 2007)¶
"In the long run, zero. Absolutely zero. I don't think anybody winds up making money in this business because they started out lucky." — Richard Dennis on luck
Einordnung¶
Vollständige Dokumentation des Turtle-Trading-Experiments von Richard Dennis und Bill Eckhardt (1983-1988). Covel beschreibt sowohl die Lebensgeschichte von Dennis, die Auswahl und Ausbildung der Turtles als auch die konkreten Trading-Regeln des Systems. Das Experiment gilt als wichtigster historischer Beweis für die Lernbarkeit von Trading-Erfolg.
Key Takeaways¶
Nature vs. Nurture — Dennis gewinnt. Dennis wettete mit Eckhardt, dass er beliebige Menschen zu profitablen Tradern ausbilden kann. Die ausgewählten 23 Turtles — darunter ein Buchhaltungsstudent, ein Schauspieler, ein Pokerspieler, und ein Biologie-Absolvent — erzeugten über 5 Jahre gemeinsam ~$175 Millionen. Dennis' Überzeugung: Wer die Regeln versteht und diszipliniert befolgt, kann traden.
Das System ist simpler als erwartet. Die Turtle-Regeln sind radikal einfach: - Einstieg: Kanal-Ausbruch (20 oder 55 Tage) - Exit: Kanal-Reversal (10 oder 20 Tage) - Sizing: 1% Account-Risiko pro ATR (N) - Stop: 2N vom Einstieg Keine Indikatoren, keine Fundamentaldaten, nur Preis und Volatilität.
"Exits are vastly more important than initiations." Eckhardt's key insight: Wenn man zufällig einsteigt und exits rigoros managt, erzielt man überraschend gute Ergebnisse. Die meiste Energie sollte auf Exit-Regeln gehen, nicht auf Entry-Optimierung.
Pyramiding funktioniert — wenn richtig gemacht. Jede favorable 0.5N-Bewegung: neue Unit hinzufügen, alle Stops um 0.5N nachziehen. Max. 4 Units pro Markt. Die Position wächst organisch mit dem Trend, statt am Anfang all-in zu gehen.
Robustheit > Optimierung. Die genauen Channel-Längen (20/55 Tage) sind willkürlich. Jerry Parker: "If I change a parameter by 1 day and the results change dramatically, I'm in trouble." Ein robustes System braucht keine optimierten Parameter.
Turtles scheitern nicht am System, sondern an der Psychologie. Einige Turtles gaben die Regeln auf, als Drawdowns kamen. Andere — Jerry Parker, Liz Cheval — bauten selbst große Hedge Funds. Das System war identisch. Die Differenz: Disziplin.
Für Johann besonders relevant¶
Historischer Beweis für managed_futures_diversifikation und trend_following_prinzip als valide Ansätze. Die Turtle-Regeln sind die konkrete, historisch bewährte Implementierung dieser Prinzipien. Querverbindung zu robustness_obsession: die 20/55-Tage-Wahl ist arbiträr — Robustheit über Parameterbereich ist das Ziel, nicht Optimierung.
Verbindungen¶
- richard_dennis — Hauptfigur
- michael_covel — Autor (zweite Covel-Quelle im Wiki nach Trend Following)
- turtle_trading_system — Die konkreten Turtle-Regeln (S1/S2, N, Units, Pyramid, Stops)
- trend_following_prinzip — Philosophische Grundlage
- managed_futures_diversifikation — Clenow's Implementierung basiert auf denselben Prinzipien
- robustness_obsession — "Changing a parameter by 1 day shouldn't change results dramatically"
- probabilistisches_denken — Turtle-Trades: 7 von 10 verlieren, aber die 3 Gewinner machen alles wett
- trading_technische_analyse — Topic