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Trading-Plan

Der Zweck ist nicht, die Zukunft zu planen. Der Zweck ist, die Entscheidung zu treffen, bevor der Druck da ist.

Kernidee

Ein Trading-Plan ist die schriftliche Vorabfestlegung dessen, was unter welchen Bedingungen getan wird. Sein Wert liegt nicht in der Vorhersage, sondern im Zeitpunkt der Entscheidung: Sie fällt in einem Zustand, in dem kein Geld auf dem Tisch liegt und keine Position gegen einen läuft.

Damit ist der Plan das Gegenstück zur bekanntesten Fehlerquelle im Handel — nicht die falsche Analyse, sondern die richtige Analyse, die im Moment der Umsetzung verlassen wird.

Was drinstehen muss

  • Was gehandelt wird — Instrumente, Zeitrahmen, Marktphasen, in denen der Ansatz gilt. Und ausdrücklich, was nicht gehandelt wird.
  • Der Einstieg — die Bedingung, nicht die Absicht. Prüfbar formuliert: Ein Dritter müsste anhand des Plans dieselbe Entscheidung treffen.
  • Der Ausstieg, beide Seiten — Verlustgrenze und Gewinnmitnahme, definiert bevor die Position läuft. Siehe risk_control_stops.
  • Die Positionsgröße — als Regel, nicht als Gefühl. Siehe money_management.
  • Die Tagesordnung — wann wird gearbeitet, wann nicht, was passiert nach einer Verlustserie.
  • Die Abbruchbedingung — bei welchem kumulierten Verlust wird der Ansatz eingestellt und überprüft. Der Teil, den fast alle Pläne auslassen und der als Einziger vor dem Ruin schützt.

Was ihn von einer Absichtserklärung unterscheidet

Drei Prüfsteine:

  1. Falsifizierbarkeit. Steht drin, woran man erkennt, dass der Ansatz nicht funktioniert? Ohne diese Bedingung ist der Plan unwiderlegbar und damit wertlos.
  2. Vollständigkeit unter Stress. Deckt er den Fall ab, der weh tut — Verlustserie, Lücke über den Stop, technischer Ausfall?
  3. Nachprüfbarkeit. Lässt sich hinterher feststellen, ob man ihm gefolgt ist? Das ist die Verbindung zum trading_journal: Der Plan liefert den Maßstab, das Journal die Messung.

Die Geschäftsplan-Analogie

Mehrere Quellen im Bestand behandeln den Trading-Plan ausdrücklich als Geschäftsplan: mit Kapitalausstattung, laufenden Kosten, erwarteter Kapazität und einem Punkt, an dem das Geschäft eingestellt wird. Der Perspektivwechsel ist nützlich, weil er eine Frage erzwingt, die die Trading-Literatur sonst umgeht: Welche Rendite rechtfertigt den Einsatz von Kapital und Zeit — gemessen an der Alternative, das Kapital passiv anzulegen und die Zeit anders zu nutzen? Siehe aktiv_passiv_kostenarithmetik_synthese.

Abgrenzung

  • Kein System. Ein System ist die Signallogik; der Plan umfasst zusätzlich Kapital, Verhalten, Grenzen und Abbruch.
  • Kein Ritual. Ein Plan, der nicht gegen das Journal geprüft wird, dokumentiert Absichten statt Verhalten.
  • Nicht unveränderlich. Er wird geändert — aber zwischen den Trades und mit Begründung, nicht währenddessen.