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Money Management

Das Signal sagt, ob gehandelt wird. Money Management sagt, wie viel — und entscheidet damit über das Ergebnis.

Kernidee

Money Management ist die Gesamtheit der Regeln, die zwischen einem Handelssignal und einer tatsächlichen Position stehen: Risiko pro Trade, Positionsgröße, Gesamtexposure, Drawdown-Grenzen und die Reaktion auf Verlustserien.

Stridsmans zentrale Beobachtung: Gleiche Signale, unterschiedliches Sizing → dramatisch verschiedene Equity-Kurven. Zwei Händler mit identischer Trefferquote können bei unterschiedlichen Einsatzregeln in völlig verschiedenen Endvermögen landen — der eine ruiniert bei positivem Erwartungswert, der andere vermögend bei bescheidenem Vorteil.

Das macht Money Management zum eigentlichen Hebel: Die Signalqualität ist schwer zu verbessern und schwer zu halten, die Einsatzregel ist beides nicht.

Die vier Entscheidungen

  1. Risiko pro Trade — welcher Anteil des Kapitals wird in einem einzelnen Trade riskiert? Pring nennt maximal 5 %, die meisten systematischen Quellen liegen deutlich darunter.
  2. Positionsgröße — wie übersetzt sich dieses Risiko in Stückzahlen? Über den Stop-Abstand (siehe atr_volatility_stops) oder über eine Volatilitätszielgröße. Siehe position_sizing.
  3. Gesamtexposure — wie viel Risiko darf gleichzeitig offen sein? Korrelierte Positionen sind eine Position.
  4. Reaktion auf Verluste — feste Größe, prozentual mitlaufend oder antizyklisch? Hier trennen sich die Schulen.

Die mathematische Linie

kelly_kriterium liefert die theoretisch wachstumsoptimale Einsatzquote, Optimal F bei Vince die praxisnähere Variante über die schlimmste historische Verlustserie. Beide teilen dasselbe Problem: Sie setzen bekannte Wahrscheinlichkeiten voraus.

Genau deshalb arbeitet praktisch jede seriöse Quelle mit einem Sicherheitsabschlag. Thorp setzte an der Börse etwas weniger als seinen gemessenen Vorteil; Chan empfiehlt halbes Kelly; Carver geht deutlich darunter und begründet es damit, dass erwartete Renditen so große Fehlerbalken tragen, dass grobe Allokationen den scheinbar optimierten überlegen sind.

Der Abschlag ist keine Vorsicht, sondern eine Korrektur für Schätzfehler — die Kostenfunktion ist asymmetrisch: Zu kleine Einsätze kosten Rendite, zu große kosten das Kapital.

Abgrenzung

  • Nicht dasselbe wie Risikomanagement. Money Management bemisst den Einsatz; Risikomanagement umfasst zusätzlich Instrumentenwahl, Absicherung, Gegenparteirisiko und operative Risiken.
  • Nicht dasselbe wie Position Sizing. position_sizing ist die Rechenoperation, Money Management der Regelrahmen, aus dem sie folgt.
  • Kein Ersatz für einen Edge. Optimales Sizing auf einem negativen Erwartungswert beschleunigt nur den Ruin. Die Reihenfolge ist: erst Vorteil nachweisen, dann bemessen.