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Hedge Fund Masters

Autor: Ari Kiev | Jahr: 2005 | Verlag: John Wiley & Sons (Wiley Trading Series)

Kiev war Psychiater und arbeitete jahrelang mit Händlern bei Steve Cohens SAC Capital. Damit unterscheidet sich dieses Buch von praktisch der gesamten Trading-Psychologie im Bestand: Es beschreibt nicht, wie ein Einzelhändler mit sich selbst zurechtkommt, sondern wie professionelle Händler unter institutionellem Druck arbeiten.

Was die institutionelle Perspektive ändert

Der Einzelhändler kann aufhören. Der Fondshändler kann das nicht — er hat ein Mandat, eine Risikovorgabe, eine monatliche Berichtspflicht und Kollegen, die dieselben Märkte handeln. Daraus folgen andere Probleme als die, die 2026-07-26_douglas_disciplined_trader behandelt:

  • Zielsetzung als Steuerungsinstrument, nicht als Motivationsübung. Kiev arbeitet mit expliziten, hohen Zielvorgaben und der Frage, welches Verhalten daraus folgt.
  • Barrieren identifizieren — was hindert diesen Händler konkret daran, seine Größe zu handeln oder seine Verluste zu schneiden.
  • Leistung unter Beobachtung. Wer täglich gemessen wird, entwickelt andere Vermeidungsmuster als jemand, der nur sich selbst Rechenschaft schuldet.

Kievs wiederkehrendes Bild ist die „defensive Seite" — die äußere Schale, mit der ein Händler sich vor der Erfahrung des Scheiterns schützt und die ihn genau dadurch am Handeln hindert.

Einordnung

Der Bestand hat mit 2026-05-12_kiev_psychology_of_risk bereits ein Werk desselben Autors. Dieses hier ist das anwendungsnähere: weniger über Risiko als Begriff, mehr über die Arbeit mit konkreten Händlern.

Als Ergänzung zu 2026-07-26_schwager_unknown_market_wizards aufschlussreich — dort porträtieren sich Einzelhändler selbst, hier beobachtet ein Außenstehender Profis über Jahre.

Bewertung

Für wen: Wer unter Fremdkapital oder mit Rechenschaftspflicht handelt, und wer wissen will, wie Handelspsychologie in einem professionellen Umfeld tatsächlich betrieben wird.

Stärken: Die Perspektive ist im Bestand einzigartig. Kiev beobachtet über lange Zeiträume und schreibt aus klinischer Erfahrung statt aus Introspektion — das unterscheidet ihn von den meisten Autoren des Feldes.

Schwächen: Die Nähe zu SAC Capital ist unübersehbar, und die dort herrschende Kultur — hoher Druck, hohe Fluktuation — prägt die beschriebenen Lösungen. Was in diesem Umfeld funktioniert, muss anderswo nicht funktionieren. Der Zielsetzungsteil grenzt stellenweise an Leistungsrhetorik. Und wie in der gesamten Gattung fehlt jede Kontrollgruppe: Wir lesen über Händler, die geblieben sind. Siehe survivorship_bias.