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Einfach Traden

Autor: Birger Schäfermeier | Verlag: FinanzBuch Verlag

Eines von zwei Werken Schäfermeiers im Bestand und das persönlichere. Der Aufbau verrät die Gewichtung: Von zehn Abschnitten behandeln die ersten vier Ziele, Entscheidungen, Wahrnehmung und mentales Training — die Methode kommt danach.

Kernthesen

  • Ohne Indikatoren. Kapitel 2.1 heißt „CSI Wallstreet oder warum ich keine Indikatoren brauche". Schäfermeier begründet den Verzicht damit, dass Indikatoren den Blick auf das eigentliche Geschehen verstellen — dieselbe Position wie 2026-07-26_nekritin_peters_naked_forex, unabhängig davon formuliert.
  • Tape Reading als Analyseform. „Dalli-Klick und Tape-Reading: Wie ich den Markt analysiere" — die Beobachtung des tatsächlichen Handelsgeschehens statt abgeleiteter Größen. Siehe tape_lesen.
  • Intuition hat Bedingungen. Kapitel 2.3, „Lie to me oder wann ich meiner Intuition vertrauen darf", stellt die Frage, die die meiste Trading-Literatur umgeht: nicht ob Intuition zählt, sondern unter welchen Umständen sie verlässlich ist. Die Antwort deckt sich mit der Expertiseforschung — Intuition trägt dort, wo genug rückgemeldete Wiederholungen stattgefunden haben.
  • Wahrnehmung vor Analyse. Der Abschnitt zu Perzeption und Aufmerksamkeit behandelt, wie der Beobachter das Beobachtete mitformt — bei einem Praktikerbuch ungewöhnlich.
  • Gefühle werden einzeln durchgegangen — Angst, Vertrauen, Selbstvertrauen als getrennte Zustände mit unterschiedlichen Wirkungen, statt als „Emotionen" pauschal.

Bewertung

Für wen: Deutschsprachige Leser, die einen Praktiker über die mentale Seite lesen wollen. Ergänzt 2026-07-26_douglas_disciplined_trader um eine europäische, weniger amerikanisch geprägte Stimme.

Stärken: Die Frage nach den Bedingungen verlässlicher Intuition ist präziser gestellt als in den meisten Psychologiebüchern des Bestands. Die Trennung einzelner Gefühlszustände statt pauschaler Emotionsrede ist brauchbar.

Schwächen: Der Methodenteil bleibt hinter dem Mentalteil zurück — wer konkrete Setups sucht, findet Andeutungen. Keine systematischen Auswertungen. Und wie bei fast allen Büchern dieser Gattung stützt sich die Autorität auf die Erfolgsgeschichte des Autors, nicht auf überprüfbare Ergebnisse. Siehe survivorship_bias.