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Naked Forex

Autoren: Alex Nekritin und Walter Peters, PhD | Jahr: 2012 | Verlag: John Wiley & Sons | Vorwort: abe_cofnas

Ein Devisenbuch mit einer Ausschlussthese: Handeln ohne Indikatoren. Der Untertitel ist Programm — was übrig bleibt, wenn man alles Abgeleitete entfernt, ist der Preis selbst.

Kernthese

Indikatoren sind Umformungen des Preises und liefern deshalb keine zusätzliche Information, sondern eine verzögerte und geglättete Fassung derselben. Wer sie stapelt, erzeugt Scheinbestätigung: Mehrere Indikatoren, die aus derselben Reihe berechnet sind, stimmen naturgemäß überein.

Das ist derselbe Befund, den robert_miner aus der anderen Richtung formuliert — die meisten Preisindikatoren seien Varianten derselben Rate-of-Change-Messung. Nekritin und Peters ziehen die radikalere Konsequenz: weglassen.

Was an die Stelle tritt

  • Unterstützung und Widerstand aus tatsächlichen Umkehrpunkten statt aus berechneten Linien.
  • Kerzenformationen an diesen Zonen als Auslöser — siehe candlestick_grundlagen.
  • Definierte Setups mit Namen und Regeln, damit die Diskretion begrenzt bleibt: Was ohne Indikatoren gehandelt wird, braucht besonders strenge Regeln, sonst wird es Beliebigkeit.
  • Ein ausgeprägter Psychologieteil. Peters ist promovierter Psychologe, und das Buch behandelt die Umsetzung ungewöhnlich ernsthaft für ein Setup-Buch.

Bewertung

Für wen: Devisenhändler auf mittleren Zeitrahmen, und alle, die ihre Chartoberfläche entrümpeln wollen. Als Gegengift zu Indikator-Sammelwerken.

Stärken: Die Ausgangsdiagnose ist richtig und wird selten so konsequent zu Ende gedacht. Dass ein promovierter Psychologe die Umsetzungsseite schreibt, hebt den Psychologieteil über das Genreübliche.

Schwächen: Der Verzicht auf Indikatoren löst das Problem der Freiheitsgrade nicht, er verschiebt es — die Wahl der relevanten Zonen ist selbst diskretionär und im Rückblick immer einleuchtend. Es fehlen systematische Auswertungen der vorgestellten Setups; die Beispiele sind ausgewählt. Und die Beigaben (Software, Videos) datieren das Buch stärker als sein Inhalt.