The Logical Trader¶
Autor: Mark B. Fisher | Jahr: 2002 | Verlag: John Wiley & Sons
Fisher, Gründer von MBF Clearing, beschreibt hier die ACD-Methode — den Versuch, aus der Eröffnungsspanne eines Handelstages einen vollständigen Satz von Referenzpunkten abzuleiten, an denen entschieden wird.
Die Grundidee: vier Punkte statt eines Signals¶
Aus der Eröffnungsspanne werden vier Punkte berechnet: „the A and C points for entry, the B and D as stops." Damit ist die Struktur eines Handelstages festgelegt, bevor er beginnt: „you'll be able to calculate the prices above which you'd want to be long and the prices below which you'd want to be short."
Das ist derselbe Gedanke, der pivot_points trägt — feste Marken, die vor Handelsbeginn bekannt sind — aber Fisher leitet sie aus der heutigen Eröffnung ab statt aus dem Vortag, und liefert Ein- und Ausstiegsniveau in einem Rahmen.
Der Rest ist Aufbau: „using other indicators and measures, which are layered on top of the ACD base, you'll be able to construct a trading plan based upon the prevailing prices and the market activity." Die ACD-Punkte sind das Gerüst, nicht die Strategie.
Aufbau¶
- Kapitel 1 — Know Your ACDs: Berechnung und Bedeutung der vier Punkte.
- Kapitel 2 — The Pivot Concept: die längerfristigen Referenzniveaus.
- Kapitel 3 — Putting It Together: ACD und Pivot Ranges kombiniert.
- Kapitel 4 — MacroACD: Übertragung der Logik auf größere Zeitrahmen.
Die Reihenfolge entspricht der Hierarchie aus mehrfachzeitrahmen_analyse: erst die Tagesstruktur, dann die übergeordnete Ebene, dann die Verbindung.
Warum die Eröffnungsspanne¶
Die ökonomische Begründung ist besser als bei den meisten technischen Verfahren: In der Eröffnung verarbeitet der Markt die über Nacht angefallene Information. Die Spanne, die sich dabei bildet, ist damit ein empirisch bestimmter Bereich der Übereinstimmung — und ein Ausbruch daraus bedeutet, dass diese Übereinstimmung nicht hielt.
Das ist im Kern dieselbe Logik wie in der auktionsmarkttheorie: Der Preis sucht den Bereich, in dem gehandelt wird, und ein Verlassen dieses Bereichs ist die Information.
Bewertung¶
Für wen: Intraday- und kurzfristige Händler in liquiden Futures. Auch als Beispiel dafür, wie ein diskretionärer Ansatz eine prüfbare Struktur bekommt.
Stärken: ACD löst das Problem, das die meisten Intraday-Ansätze offenlassen — woher die Referenzpunkte kommen. Weil sie aus der Eröffnung folgen, sind sie weder gewählt noch optimiert. Und Fisher liefert Ein- und Ausstieg im selben Rahmen, statt den Stop nachträglich zu setzen.
Schwächen: Die Parameter für die Berechnung der Punkte sind instrumentabhängig und werden im Buch pragmatisch statt begründet gesetzt — die Optimierungsfalle ist damit nur verschoben, nicht beseitigt. Siehe system_testing_overfitting. Keine systematischen Ergebnisse über größere Stichproben; die Beispiele sind ausgewählt. Und die Methode setzt eine klar definierte Eröffnung voraus, was in durchgehend gehandelten Märkten problematisch wird.
Links¶
- mark_b_fisher — Entity
- pivot_points — die verwandte Referenzpunktlogik
- auktionsmarkttheorie · market_profile_tpo — die ökonomische Verwandtschaft
- mehrfachzeitrahmen_analyse — die Hierarchie, der das Buch folgt
- day_trading — der Anwendungsrahmen
- trading_technische_analyse — Topic