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Auktionsmarkttheorie

Der Markt wird als kontinuierlicher zweiseitiger Auktionsprozess verstanden, dessen Aufgabe Preisfindung ist. james_dalton: „Auctions are mechanisms for price discovery."

Grundannahme

Preis und Wert sind verschieden. Der Preis wandert, bis er Aktivität auslöst; dort, wo er anhaltend Aktivität erzeugt, entsteht Value. Daraus folgt der Bruch mit der Chart-Konvention: Nicht alle Preise sind gleichwertig. Ein Niveau, an dem viel gehandelt wurde, trägt andere Information als eines, das nur durchlaufen wurde.

Der Mechanismus

Die Auktion sucht in beide Richtungen nach Gegenseite:

  • Aufwärtsauktion läuft, bis Verkäufer bei höheren Preisen bereit sind — dort bricht sie ab
  • Abwärtsauktion entsprechend, bis Käufer erscheinen
  • Wo beide Seiten aktiv sind, entsteht Balance — das Profil verbreitert sich
  • Wo eine Seite fehlt, entsteht Ungleichgewicht — der Preis läuft schnell durch, das Profil bleibt dünn

Dünne Zonen sind deshalb keine Zufallsartefakte, sondern Belege dafür, dass dort keine Einigung stattfand.

Zeitrahmen als Strukturvariable

Der entscheidende Begriff ist der Zeitrahmen des Teilnehmers:

  • Day-Timeframe-Teilnehmer müssen am Tagesende glattstellen und handeln entsprechend gegen Extreme
  • Other-Timeframe-Teilnehmer (Institutionen, Positionshändler) handeln nach Bewertung und können Ungleichgewicht erzeugen und halten

Die Tagesstruktur entsteht aus dem Konflikt dieser Gruppen. Range Extension über die Initial Balance hinaus ist das Signal dafür, dass der längere Zeitrahmen die Kontrolle übernommen hat.

Operative Größen

  • Value Area — der Bereich mit rund 70 Prozent der Aktivität; Referenzrahmen jeder Entscheidung
  • Initial Balance — erste Auktionsspanne des Tages; Maßstab für die Kraft der Folgebewegung
  • Point of Control — Preis mit der höchsten Aktivität
  • Tagestypen — Normal, Normal Variation, Trend, Double Distribution, Neutral

Umsetzung im market_profile_tpo.

Verhältnis zur Mikrostruktur

Auktionsmarkttheorie und market_microstructure beschreiben dasselbe Objekt aus verschiedenen Richtungen: larry_harris erklärt, wie die Auktion institutionell gebaut ist und wer daran teilnimmt; Dalton macht ihr Ergebnis für den Händler lesbar. Der Harris-Begriff der utilitaristischen Trader erklärt, warum Ungleichgewicht überhaupt entsteht — vgl. nullsummenspiel_handel.

Grenzen

Deutungsintensiv und schwer testbar. Der Nutzen hängt an Liquidität und Zentralisierung des Handels — in fragmentierten Märkten bildet ein einzelnes Profil den Gesamtmarkt nicht mehr ab.