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Market Sense and Nonsense — Jack Schwager (2012)

Schwager, Jack D. Market Sense and Nonsense. Wiley, 2012. — Schwagers kritische Demontage verbreiteter Investment-Irrtümer: Vergangenheitsrenditen, Risk-Messung, Hedge-Fund-Missverständnisse, Diversifikation, Leverage-Mythen.

Einordnung

Kein Market-Wizards-Buch — kein Interview-Format. Stattdessen systematische Analyse von Investment-Irrtümern. Thematisch zwischen 2026-05-09_schwager_market_wizards (Trader-Portraits) und 2026-05-12_dobelli_art_of_thinking_clearly (Denkfehler). Schwager ist schärfer und konkreter als Dobelli auf Investment-Themen.

Kernbotschaft

"Most investors operate on misconceptions that are almost universally held as self-evident truths."

Das Gefährlichste sind nicht die offensichtlichen Fehler — es sind die weit verbreiteten "Wahrheiten", die falsch sind.


Vergangenheitsrenditen (Teil 1)

Tyranny of Past Returns

  • Investoren kaufen nach besten vergangenen 1-3 Jahren → kaufen auf Höchstständen
  • Beste Hedge-Fund-Strategien der letzten Jahre → typischerweise schlechteste der nächsten Jahre
  • Regression zur Mitte: Outperformance ist oft Glück + Regression; Underperformance oft unverschuldetes Pech

Deficient Market Hypothesis

  • EMH: Preise sind immer richtig → Schwager verwirft das empirisch
  • Renaissance Medallion als Gegenbeispiel: >60% p.a. für 20+ Jahre ist nicht zufällig
  • Märkte sind schwer zu schlagen, aber nicht wegen Effizienz — sondern wegen Anpassung anderer Marktteilnehmer und Strukturproblemen

Risiko-Messung (Teil 1, Kap. 4–5)

  • Volatilität ≠ Risiko — Volatilität misst Schwankung, nicht permanenten Kapitalverlust
  • VaR-Problem: Value at Risk unterschätzt systematisch Tail-Risiken (Normal-Annahme)
  • Hidden Risk: Strategien mit niedriger gemeldeter Volatilität können extreme versteckte Risiken haben
  • Leveraged ETFs: Durch tägliches Rebalancing verlieren sie über Zeit selbst bei konstantem Index

Track Record Evaluation (Teil 1, Kap. 6–8)

  • Data Relevance Pitfall: Langer Track Record kann weniger relevant sein wenn Marktregime wechselte
  • Apples and Oranges: Verschiedene Strategien in gleicher Kategorie nicht vergleichbar
  • Pro Forma Statistiken: Rückgerechnete hypothetische Performance = meist Selbstbetrug
  • Richtige Messung: Nicht nur Return, sondern Risk-Adjusted Return (Sharpe, Calmar, UPI)

Hedge Funds und Managed Futures (Teil 2)

  • Managed Futures: Negative Korrelation zu Equities in Crashs (Crisis Alpha) — echte Diversifikation
  • Hedge Fund of Funds: Strukturell schlechtere Performance als direkte HF-Investition wegen doppelter Fees
  • Leverage Fallacy: Leverage ist nicht per se gefährlich — es kommt auf das Risikoprofil der Strategie an
  • Single Fund Risk: Konzentration in einem Hedge Fund = extreme Idiosynkrasie

Diversifikation (Teil 3)

  • 10 Positionen sind nicht genug — statistisch erst bei ~20-25 substanzielle Diversifikation
  • Diversification when it counts: Korrelation steigt in Krisen; Diversifikation hilft hauptsächlich in normalen Märkten
  • Robin Hood Investing / Rebalancing: Regelmäßiges Rebalancing = strukturelles Verkaufen von Outperformern, Kaufen von Underperformern → antizyklisch → Performance-Vorteil

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