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Source: Den of Thieves (James B. Stewart, 1992)

Definitives Non-Fiction-Werk über den größten Insiderhandel-Skandal der US-Geschichte. Pulitzer-Preis-Gewinner Stewart rekonstruiert das kriminelle Netzwerk Levine–Boesky–Siegel–Milken, das die 1980er-Übernahmewelle korrumpierte.


Die vier Protagonisten

Person Vergehen Skala Outcome
Dennis Levine Insider-Netzwerk initiiert; 5 Jahre unentdeckt $12,6M Kronzeuge
Ivan Boesky Kaufte Takeover-Targets vor Ankündigung (bezahlte Siegel) $100M Penalty Kronzeuge
Martin Siegel Verkaufte M&A-Tipps gegen Bargeld-Koffer unbekannt Kooperation
Michael Milken Junk-Bond-Reich + manipulierte Kundenkonten $550M Bonus 1986; $600M Settlement 10 Jahre Haft

Milkens Junk-Bond-Mechanismus

Kreditunwürdige Unternehmen
  → Drexel-Hochzinsanleihen (Junk Bonds)
  → LBO-Finanzierung (Leveraged Buyouts)
  → Hostile Takeover von Household Names
  → Milken als alleiniger Market Maker mit totaler Preishoheit
  → Spread-Manipulation: 30 Punkte (vs. 1/8 für Kollegen)

Skala: $10 Mrd. Junk-Bonds nur in Lincoln Savings + Columbia Savings Portfolios


Insider-Netzwerk: Kette und Mechanismus

Levine (Nassau-Konto) → M&A-Tipps an Boesky
Siegel (M&A-Banker) → Cash-Koffer von Boesky
Boesky kauft Targets vor Ankündigung
Milken-Kunden als Stimmrechtsmacht

Expositionsmoment: Bank Leu-Mitarbeiter kopierten Levines Trades → SEC entdeckt Muster 1986


Systemische Erkenntnisse

These Kern
Informationshoheit = Marktmacht Milken kannte alle Kurse, Positionen, Käufer — legale Grundlage kriminellen Handelns
Straflosigkeit züchtet Kultur "Common refrain: unfair to single out one when so many guilty"
Übernahme-Kollateralschäden Tausende Jobs, überschuldete Unternehmen, S&L-Krise
Größenwahn als Betriebsblindheit "Too big to fail"-Mentalität → blind für Strafverfolgungsrisiko