Zum Inhalt

Source: Ugly Americans (Ben Mezrich, 2004)

Narrative Non-Fiction über Ivy-League-Trader (Princeton) in Japan der frühen 1990er. Protagonist "John Malcolm" lernt unter Hedgefonds-Legende Dean Carney Nikkei-Futures-Arbitrage und verdient hunderte Millionen durch regulatorische Asymmetrien des japanischen Marktes.


Die Acht Regeln von Carney

# Regel Kernprinzip
1 Nie in etwas einsteigen, aus dem man nicht bis zur Schlussglocke wieder raus kann Immer Exit im Blick
2 Nie Nennwert akzeptieren — alles ist falsch bewertet; wahren inneren Wert finden Intrinsischer Wert
3 Boden verschwindet → Hauptsache: nicht landen; so lange wie möglich in der Luft bleiben Anpassungsfähigkeit
4 Granate im Raum: bestes Szenario = mit Granate wieder raus. Keine Wetten ohne Upside Asymmetrie prüfen
5 Nicht überdenken. Wenn's wie eine Ente aussieht und quakt — es ist eine Ente Occams Rasiermesser
6 Angst ist der stärkste Motivator. Motivation ist was nötig ist, um Profit zu finden Fear als Treibstoff
7 Erste Stelle für eine Lösung: innerhalb des Problems selbst suchen Problem ≈ Lösung
8 Der Zweck heiligt die Mittel — aber nur ein Zweck zählt wirklich: am Strand mit Champagner enden Klares Endziel

Trading-Strategie: Nikkei-Arbitrage

Mechanismus:

Cash-Index Tokyo ≠ Futures-Kurs Osaka → Preisdifferenz = Gewinn
Carney (Tokyo) → Squawk-Box → Malcolm/Akari (Osaka-Terminal)
Nur 3 Tasten: 3=Kauf, 1=Verkauf, 2=Menge

Struktureller Vorteil: - Japanisches Regulierungsrecht: Nikkei-Futures müssen physisch in Osaka gehandelt werden - Ausländische Banken durften Positionen eingehen, die japanischen Banken verboten waren - Post-Nikkei-Crash 1990: Preisanomalien zwischen Cash und Futures systemic

Risikokontrolle (Carneys Praxis): - Alle Positionen bis Schlussglocke geschlossen (Regel 1 wörtlich) - Keine Overnight-Positionen beim eigentlichen Arbitrage-Geschäft - Klare Grenade-Logik: nur Trades mit positiver Erwartung und definiertem Downside


Kontext-Parallele: Nick Leeson / Barings

Carney nutzte den Barings-Kollaps 1995 als Lehrmoment für sein Team: - Leeson verfolgte Verluste mit größerem Einsatz → Kettenreaktion (Regel 4 negativ) - ASC-Prinzip: Verluste akzeptieren, nicht chasing — nur Trades mit klarem Upside