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Quantitative Value — Gray & Carlisle (2013)

Gray, Wesley R. & Carlisle, Tobias E. Quantitative Value. Wiley Finance, 2013. — Systematische Übertragung des Value-Investing auf einen quantitativen Rahmen: Fraud-Filter, Qualitäts-Score, Preis-Ratio-Studie und kombinierte Checkliste.

Einordnung

Verbindet Grahams Value-Investing-Prinzipien mit Quant-Methodik. Hauptargument: Behavioral Biases machen aktive diskretionäre Value-Manager schlechter als einfache statistische Modelle. Thematisch verwandt mit 2026-05-12_oshaughnessy_what_works_on_wall_street (faktorbasiertes Investieren) und 2026-05-12_hagstrom_warren_buffett_way (qualitätsorientiertes Value Investing).

Kernbotschaft

"Even simple statistical models outperform the best experts — even when those experts are given access to the models' output."

Value-Investing funktioniert, aber nur wenn es diszipliniert, systematisch und frei von kognitiven Biases umgesetzt wird. Der Mensch ist sein eigener schlechtester Feind.


Teil 1: Grundlagen der Quantitativen Value-Strategie

Paradox of Dumb Money (Kapitel 1)

  • Value-Strategien schlagen den Markt langfristig
  • Aber: Aktive Value-Manager underperformen systematisch durch Behavioral Errors
  • Lösung: Quantitative Methode als Schutz vor eigenen Biases

Verbesserung von Greenblatt's Magic Formula (Kapitel 2)

  • Greenblatts Ansatz: Hohe Earnings Yield + Hoher Return on Capital
  • Gray/Carlisle: Qualitäts- und Preis-Metriken gezielt verbessern

Teil 2: Margin of Safety — Fraud & Distress Filter

Earnings-Manipulation eliminieren (Kapitel 3)

  • Accruals-basierte Fraud-Erkennung: Hohe Accruals = mögliche Gewinne-Manipulation
  • Beneish M-Score als probabilistisches Fraud-Modell
  • Ziel: Manipulatoren und Betrüger vor dem Investment ausfiltern

Insolvenzrisiko messen (Kapitel 4)

  • Altman Z-Score (klassisch) und Verbesserungen
  • "Scrubbing the Universe": Alle finanziell fragilen Unternehmen entfernen

Teil 3: Qualität — Wie man ein wunderbares Unternehmen findet

Economic Franchise (Kapitel 5)

  • Buffetts Moat: Dauerhafter Wettbewerbsvorteil
  • Quantitative Franchise-Indikatoren: ROIC-Stabilität, Kapitalrendite über Zeit

Finanzkraft (Kapitel 6)

  • Piotroski F-Score: 9 Faktoren für finanzielle Gesundheit
  • Gray/Carlisle's verbesserter FS-Score

Teil 4: Preis — Den günstigsten Einstieg finden

Preis-Ratio Vergleich (Kapitel 7)

Rennen zwischen verschiedenen Bewertungsmetriken: - P/E, P/B, P/S, EV/EBIT, EV/EBITDA, EV/FCF - Gewinner: EV/EBIT schlägt alle anderen Ratios historisch

Normalisierte und kombinierte Preis-Ratios (Kapitel 8)

  • Shiller-ähnlich: 7-Jahres-Durchschnitt für normalisierte Earnings
  • Kombinierte Ratios (Composite) übertreffen einzelne Metriken nicht signifikant

Teil 5: Corroborative Signals (Kapitel 9)

  • Insiderhandel: Insider-Käufe als Bestätigungssignal
  • Stock Buybacks: Aktienrückkäufe als Qualitätssignal (wenn operativ finanziert)
  • Short Sellers: "Short Money is Smart Money" — hohe Short-Quote als Warnsignal
  • Aktivismus als Katalysator

Teil 6: Das Modell

Quantitative Value Checkliste (Kapitel 11)

  1. Fraud-Filter bestehen (Beneish + Distress-Score)
  2. Qualität: Franchise + F-Score
  3. Preis: Günstiges EV/EBIT + normalisiert
  4. Corroborative Signals: Insider + Rückkäufe

Backtest-Ergebnisse (Kapitel 12)

  • Quantitative Value schlägt Magic Formula und reinen Value-Index
  • Robustheit über verschiedene Marktphasen bestätigt
  • "Man vs. Machine": Modell schlägt diskretionäre Anwendung desselben Ansatzes

Verbindungen