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How Markets Really Work — Connors & Alvarez (2012)

Connors, Larry & Alvarez, Cesar. How Markets Really Work, 2. Auflage. Wiley, 2012. — Quantitative Analyse des kurzfristigen US-Aktienverhaltens: welche Bedingungen statistisch messbare Edges liefern, welche Marktmythen widerlegt werden.

Einordnung

Kompaktes, data-driven Buch — kein Narrativ, nur Zahlen. Connors und Alvarez testeten SPX und NDX auf Compustat/Bloomberg-Daten über Jahrzehnte. Ergebnis: Viele intuitive Überzeugungen über Märkte sind falsch. Verwandt mit 2026-05-12_oshaughnessy_what_works_on_wall_street (längerer Horizont) und [[2026-05-10_chan_quantitative_trading]] (Umsetzung).

Kernbotschaft

"The market is smarter than you think, and dumber than you think — at the same time."

Kurzfristig ist der Markt mean-reverting; mittel- und langfristig trendet er. Die meisten Trader verwechseln diese Ebenen und verlieren.


RSI(2) — Der Schlüsselindikator

  • Standard RSI(14) ist zu träge für kurzfristige Edges
  • RSI(2) (2-Perioden RSI) sensitiver und statistisch stärker
  • RSI(2) < 10: Überkauft auf der Unterseite → Mean-Reversion-Long-Setup
  • RSI(2) > 90: Überkauft → Mean-Reversion-Short-Setup
  • Gilt am besten im Kontext des übergeordneten Trends (200-Tage-MA)

RSI(2) Regeln (vereinfacht)

  1. Kurs über 200-MA (Aufwärtstrend)
  2. RSI(2) fällt unter 5 (oder 10)
  3. Entry Long am nächsten Tag
  4. Exit wenn RSI(2) > 65 (oder Kurs über kurzfristiges MA)

Getestete Marktbedingungen

Bedingung Befund
Kurs über 200-MA Markt signifikant stärker als Durchschnitt
Kurs unter 200-MA Markt signifikant schwächer
VIX hoch (>30) Höhere Forward-Returns für Long
VIX niedrig (<15) Niedrigere Forward-Returns; Vorsicht
Put/Call Ratio hoch Contrarian bullish Signal
Consecutive Down Days (3+) Mean-Reversion-Edge nach unten
Consecutive Up Days (3+) Leichter Edge für Short / Vorsicht für Long
Nahe 52-W-Tief Überdurchschnittliche Forward-Returns
Nahe 52-W-Hoch Unterdurchschnittliche kurzfristige Returns

Breadth-Indikatoren

  • % Aktien über 200-MA: Wenn >70% → Markt "gesund"; wenn <30% → defensive Positionierung angebracht
  • Advance-Decline Linie: Divergenz zwischen Index und A/D = Warnsignal
  • NYSE McClellan Oscillator: Kurzfristige Breadth-Schwäche/-Stärke

Widerlegte Mythen

Mythos Realität
"Kaufe Stärke, verkaufe Schwäche" Kurzfristig falsch: Schwäche zeigt Mean-Reversion-Potenzial
"Buy and Hold funktioniert immer" Nur im Aufwärtstrend; in Bärenmärkten katastrophal
"Hohe Volumen bestätigen Breakouts" Daten zeigen: hohes Volumen auf Downs = bullish (Ausverkauf); kein einfaches Muster
"52-W-Hochs sind bullish kurzfristig" Eher Resistance; Mean-Reversion wahrscheinlicher als Continuation

Verbindungen