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Debt: The First 5,000 Years

Autor: David Graeber | Jahr: 2011 | Verlag: Melville House

Kernthesen

  • Der Tauschhandels-Mythos ist falsch: Märkte entstanden nicht aus Tausch, sondern aus Schulden und Kredit
  • Schulden sind moralisch aufgeladen — „du schuldest mir" steht am Beginn aller menschlichen Ökonomie
  • Geld entstand als Maßeinheit von Schulden, nicht als Vereinfachung des Tauschhandels
  • Historische Zyklen zwischen Metall-/Münzgeld und Kreditgeld korrelieren mit Krieg und Frieden
  • Moderne Finanzordnung ist Fortsetzung eines 5.000-jährigen Musters von Schulden-Macht-Hierarchien

Methoden & Konzepte

  • Historische Anthropologie: Ethnographische Evidenz statt ökonomischer Standardtheorie
  • Kredit-Bullion-Zyklus: Zeitalter der Kreditwirtschaft alternieren mit Zeitaltern der Hartgeldwirtschaft
  • Axialer Zeitalter (800 BC–600 AD): Entstehung von Geld, Philosophie und Weltreligionen gleichzeitig
  • Primordiale Schulden: Mensch als grundsätzlich in der Schuld von Göttern, Gesellschaft, Ahnen

Schlüsselzitate

"If you owe the bank a hundred thousand dollars, the bank owns you. If you owe the bank a hundred million dollars, you own the bank."

"The history of debt is also the history of morality."

Bewertung

Für wen: Makro-Investoren, politische Ökonomen, Geldgeschichte-Interessierte

Stärken: Ungewöhnliche Perspektive; enormes historisches Material; herausfordert Standardannahmen der Wirtschaftswissenschaft

Schwächen: Anarchistisch-politischer Standpunkt des Autors beeinflusst Schlussfolgerungen; akademisch umstrittene Anthropologie