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Value Investing: Tools and Techniques for Intelligent Investment — James Montier (2009)

Kerninhalt

James Montier (damals bei Société Générale, heute GMO) fasst seine Forschung zu Behavioral Finance und Value Investing zusammen. Das Buch ist eine intellektuelle Abrechnung mit der modernen Portfoliotheorie (CAPM, EMH) und ein Plädoyer für evidence-basiertes Value Investing unter Berücksichtigung psychologischer Fallen.

Deutlich akademischer und kritischer als normale Investment-Bücher.

Warum CAPM und EMH falsch sind

MONTIER'S KRITIK AM MAINSTREAM:

1. EMH (Efficient Market Hypothesis):
   → "Dead Parrot of Finance" — funktioniert nur in der Theorie
   → Empirische Anomalien (Value, Momentum, Size) sind robust
   → Blasen und Crashes existieren = Märkte nicht effizient

2. CAPM:
   → Beta erklärt keine Renditen empirisch
   → Low-Beta-Aktien outperformen High-Beta (Low Vol Anomalie)
   → Risikoprämie für systematisches Beta nicht nachweisbar
   → Fama/French räumen das ein; CAPM trotzdem noch gelehrt

3. DCF-PROBLEMATIK:
   → Garbage in, Garbage out
   → Kleine Änderungen in Discount Rate oder Growth = riesige Wert-Änderungen
   → "False precision" — Niemand kann 10 Jahre Cashflows vorhersagen
   → Relative Bewertung (Multiples) oft ehrlicher als DCF

Montier's "10 Tenets" des Value Investing

  1. Value, Value, Value — Preis ist entscheidend
  2. Contrarian sein — Gegen den Konsens investieren
  3. Geduldig sein — Langer Anlagehorizont
  4. Unkonstrained — Keine benchmarkgetriebene Investition
  5. Nicht forecasen — Niemand kann die Zukunft vorhersagen
  6. Zyklen beachten — Märkte sind zyklisch
  7. Geschichte studieren — Wiederholt sich nicht aber reimt sich
  8. Skeptisch sein — Bullish Bias in der Industrie überwinden
  9. Top-Down und Bottom-Up — Beide Ebenen integrieren
  10. Clients wie sich selbst behandeln — Agency-Problem lösen

Behavioral Stumbling Blocks

Loss Aversion: Verluste fühlen sich 2.5× schlimmer an als equivalente Gewinne → Verlustbringer zu lang halten Herding: Soziale Norm; Abweichen ist schmerzhaft → Konsens-Portfolios Overconfidence: Alle glauben sie sind besser als der Markt; alle können nicht besser sein Anchoring: Einstandspreis als Referenz, nicht fundamentaler Wert

Praktische Anwendung

Montier's bevorzugte Methodik: - C-Score: Beneish M-Score Variante für Accounting-Qualität - F-Score (Piotroski): 9 Punkte für finanzielle Stärke - EV/EBIT: Robuster als P/E für Vergleiche - Maximum Pessimism Trades: In echter Panik investieren