Flash Boys: Not So Fast — An Insider's Perspective on High-Frequency Trading¶
Autor: Peter Kovac | Jahr: 2014 | Verlag: Directissima Press
Kernthesen¶
- Michael Lewis' "Flash Boys" ist faktisch unzuverlässig und irreführend — die Behauptung, der US-Aktienmarkt sei "rigged", ist übertrieben und falsch dargestellt
- HFT-Firmen als automatische Market Maker senken die Geld-Brief-Spannen für alle Investoren und verbessern die Marktliquidität — das Gegenteil der Lewis-These
- Latenz-Arbitrage ist real, aber ihr Ausmaß und ihre Schäden sind von Lewis massiv übertrieben; institutionelle Investoren haben längst Gegenmaßnahmen entwickelt
- Die Entstehung von IEX als "fairer" Börse löst kein reales Problem — sie schafft primär ein Marketing-Narrativ
- Regulatorische Reaktionen auf Lewis-Übertreibungen wären kontraproduktiv für Marktqualität und Liquidität
Methoden & Konzepte¶
- Insider-Perspektive: Kovac als ehem. COO von EWT (später Virtu Financial) — realer HFT-Practitioner
- Spread Networks Analyse: Warum Latenz-Infrastruktur existiert und wer davon profitiert
- Market Making Economics: Bid-Ask Spread als Risikovergütung für automatisierte Liquiditätsbereitstellung
- Regulatorische Nebenwirkungen: Unbeabsichtigte Folgen von Fragmentierungsregeln (Reg NMS)
- Sergey Aleynikov Fall: Technische Fehler in Lewis' Darstellung des Goldman-Code-Diebstahls
Schlüsselzitate¶
"Flash Boys is a book about high-frequency trading that, curiously, includes no high-frequency traders."
"By 2008, our company was one of the largest automated market-making firms in the U.S., trading hundreds of millions of shares of stock daily."
Bewertung¶
Für wen: Marktstruktur-Interessierte, HFT-Versteher, alle die "Flash Boys" gelesen haben und die Gegenseite kennen wollen
Stärken: Konkrete Insider-Korrekturen; sachliche Argumentation; ohne Anwaltskosten direkt publiziert (kein Verlags-Gatekeeping)
Schwächen: Offensichtliches Interesse als HFT-Insider; schreibt für ein vorgebildetes Publikum; kein breites Narrativ wie Lewis