Zum Inhalt

Getting to Yes

Klassiker der Verhandlungslehre vom Harvard Negotiation Project. Fisher und Ury ersetzen positions-basiertes Feilschen durch interessenbasiertes Verhandeln — ein Paradigma-Wechsel mit direkter Relevanz für Trade-Exits, Broker-Verhandlungen und Geschäftspartnerschaften.

Kernthesen

  • Trennung von Person und Problem: Das Problem ist das Problem — nicht der Gegenüber. Persönlichen Angriffen ausweichen, auf Sachebene bleiben.
  • Interessen statt Positionen: Wer auf Positionen beharrt, riskiert Sackgassen. Interessen dahinter sind verhandelbar — es gibt oft mehr Lösungen als eine.
  • Objektive Kriterien: Auf externe Standards berufen (Marktwerte, Präzedenzfälle, Expertenurteile) statt auf Willensduell zu setzen.
  • BATNA: Best Alternative To a Negotiated Agreement — wer seine beste Alternative kennt, verhandelt aus Stärke.

Das Vier-Prinzipien-Modell

Prinzip Bedeutung
Menschen Trenne Personen von Problemen
Interessen Konzentriere dich auf Interessen, nicht Positionen
Optionen Entwickle Optionen zum beiderseitigen Vorteil
Kriterien Bestehe auf objektiven Entscheidungskriterien

Relevanz für Trading / Finance

  • Broker-Konditionen: Verhandlung von Spreads, Kommissionen, Margin-Konditionen nach Getting-to-Yes-Prinzipien
  • Exit-Strategie in Geschäftssituationen: BATNA-Konzept direkt anwendbar auf Bewertungsgespräche
  • Team-Alignment: Verhandlungsführung in gemeinsamen Portfolios, Co-Investment-Strukturen